Lautstärkebegrenzung in der Hochzeitslocation

Leider gibt es immer mehr Locations welchen aufgrund von Beschwerden der Anrainer eine Lautstärkebegrenzung der Musik vorgeschrieben wird. Vor allem in den Ballungszentren ist das ein großes Thema und hat schon so manche Hochzeit frühzeitig beendet. Ich möchte in diesem Blogartikel ein wenig Einblick geben, in wie fern sich eine solche Lautstärkebegrenzung auf eure Hochzeitsfeier auswirken kann und welche Kontrollmöglichkeiten es seitens der Behörden eigentlich gibt.

 

Wie genau funktioniert eine Lautstärkebegrenzung?

Im günstigsten Fall wird die Location zunächst einfach nur von den Behörden darauf hingewiesen darauf zu achten, dass die gebuchten Musiker oder DJs nicht zu laut Musik spielen. Sollte dies dennoch des öfteren vorkommen und es mehrmalige Beschwerden in diese Richtung geben, werden erste Maßnahmen seitens der Behörde ergriffen.

 

Das kann zum Beispiel sein, dass das Personal der Location ab einem gewissen Zeitpunkt die Lautstärke mittels eines sg. db Messgerätes kontrollieren muss um den DJ oder die Musiker ggfs. darauf hinzuweisen ab einer gewissen db Grenze leiser zu spielen. Für DJs ist das in der Regel noch lösbar in dem man die Musik einfach leiser dreht. Bei Bands und Musikern sieht das allerdings schon anders aus, da zB das Schlagzeug schon von sich aus Lärm macht.

 

Im Extremfall plombiert die Behörde der Location die hauseigene Anlage und schreibt vor, dass gebuchte Musiker und DJs nur noch diese Anlage verwenden dürfen. Als plombiert bezeichnet man eine Tonanlage die von der Behörde technisch so manipuliert wird, dass sie ab einer gewissen Lautstärke einfach abriegelt. Das heißt, egal wie laut der Dj oder Musiker versucht die Anlage aufzudrehen ab einer gewissen Lautstärke ist einfach eine Grenze erreicht. Gerade wenn der Musiker oder DJ dann zusätzlich noch moderieren will, kann es passieren das man diesen aufgrund der Plombe in der Anlage nicht mehr hört, da hier ja schon durch die Musik die Grenze erreicht wurde.

 

Wie laut soll es eigentlich sein?

Ihr denkt euch jetzt vielleicht, so laut muss es doch gar nicht sein auf eurer Feier? Aus Erfahrung kann ich euch sagen, dass 90 % der Brautpaare das total falsch einschätzen. Wir sprechen hier nicht von extremen Lautstärken, wie man es von Discotheken, Clubbings oder Festivals gewohnt ist, sondern von einer Partylautstärke die man zumindest ab einer gewissen Uhrzeit erreichen muss um überhaupt Stimmung erzeugen zu können.

 

Stellt euch 100 Leute in einem Raum vor die sich unterhalten. Diese Leute verursachen schon von sich aus einen gewissen Grundlärm der irgendwo bei 50 - 60 dB liegt. Für reiner Hintergrundmusik brauchen wir also schon mindestens 60 - 70 dB damit sie überhaupt wahrgenommen werden kann.

 

Wenn von diesen 100 Personen nur ein Drittel auf die Tanzfläche stürmt, ordentlich mitfeiert und vielleicht sogar mitsingt, wird es im Saal nochmals lauter und man muss auch die Tonanlage dementsprechend nach oben drehen. Hier erreicht man schnell mal mindestens 90 - 100 db oder mehr. 

 

Im Vergleich wären 90 - 100 db Musiklautstärke zwar für das eigene Wohnzimmer schon unerträglich, in einer mittelgroßen bis großen Location aber zumindest in der Prime Time ein muss für die richtige Stimmung.

 

Wenn man nun aber eine Tonanlage vorfindet die bei 75 oder 80 dB abriegelt, kann das schnell mal zum Problem werden, gerade wenn sich die Tanzfläche dann vielleicht mit noch mehr Personen füllt.

 

Ich hab das selbst schon am eigenen Leib erfahren dürfen und kann euch sagen selbst mir als DJ war es mehr als unangenehm motivierte Partygäste auf der Tanzfläche zu sehen die lauter mitgesungen haben als ich die Musik überhaupt aufdrehen konnte. Letztendlich hat es auch dazu geführt, dass die Feier gegen Mitternacht vorbei war, von Stimmung war da den ganzen Abend überhaupt leider keine Rede.

 

Letztendlich bleibt es natürlich euch überlassen, ob es euch eure Traumlocation Wert ist, auf gute Stimmung zu verzichten oder ob man sich nicht doch lieber nach einer Alternative umsehen sollte.